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Urbane Esskulturen und integrative Praktiken

in Bad Godesberg

 

Zum Thema

Essen gehört zum Menschen, und gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil von Kultur. Esskulturen können Verbindungen schaffen: Isst man auswärts, kommt man mit neuen Menschen und Gerichten in Berührung. Sie können aber auch trennen: Geschmäcker sind verschieden, und mit manchen Personen sitzt man lieber an einem Tisch als mit anderen.

Esskulturen spielen dadurch bei Migration eine wichtige Rolle: mit den Menschen, die ihren Wohnort ändern, ziehen auch Gegenstände, Rezepte und Gewohnheiten mit um, und neue Formen von Gastronomie entstehen.

Die sozialwissenschaftliche Lokalstudie erforscht im Stadtbezirk Bad Godesberg, wie Gemeinschaft, aber auch Trennung von Menschen mit Esskulturen zusammenhängen. Dazu werden „Stadtpläne der Esskulturen“ erarbeitet, in denen die lokale Gastronomie unterschiedlicher Herkunft sichtbar wird.

Erhoben wird, wer wo essen geht und wo nicht. Woran könnte das liegen?

 

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Zum Projekt

Das Bonner Projekt ist Teil des Verbundprojektes „Esskulturen. Objekte, Praktiken, Semantiken“ im Rahmen des BMBF-Projektrahmens „Die Sprache der Dinge“. Beteiligt sind die Universität Koblenz-Landau, die Universität Bonn sowie das Landesmuseum Koblenz. Das Projekt ist im September 2018 gestartet und hat eine dreijährige Laufzeit.

 

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Zum Hintergrund

Die Lokalstudie legt ihren Fokus auf die materielle Kultur des Essens. Die Godesberger gastronomischen Lokale werden als Orte öffentlichen Speisens daraufhin untersucht, wie über spezifische materielle und räumliche Konstellationen in Situationen des Essens Gemeinschaften gebildet und abgegrenzt werden.

Die Annäherung an das Thema geschieht auf verschiedenen Ebenen: Einerseits werden urbane Orte und die Verbindungen zwischen ihnen untersucht, um Prozesse der Gemeinschaftsbildung insbesondere im Kontext von Migration zu analysieren. Andererseits stehen Dinge in Bezug auf ihre Materialität und Funktion, aber auch ihren Symbolgehalt im Mittelpunkt: Welche Objekte und Artefakte spielen eine Rolle in der Bildung und Abgrenzung von Gemeinschaft? 

Das grundlegende Forschungsinteresse lautet dabei: Inwiefern werden alltägliche Essgewohnheiten im städtischen Raum als fremd wahrgenommen? Dass eine simple Unterscheidung von homogen gedachten „deutschen“ und „ausländischen“ Nationalküchen dabei zu kurz greift, wird schnell klar, sobald Lokalität (z.B. „heimische“ Gerichte), Regionalität (z.B. „mediterranes“ Ambiente), Globalität (z.B. „internationale“ Küche) und die vielfältigen Beziehungen dazwischen mit einbezogen werden. Deshalb wird in Bad Godesberg nach verschiedenen Perspektiven auf eigenes und fremdes Essen gesucht. Es wird danach gefragt, wie die Bezeichnung als fremd in Situationen öffentlichen Essens in Bad Godesberg funktioniert, und wie genau die damit verbundenen Kategorisierungen von verschiedenen Gruppen gefüllt und mit anderen, lokal relevanten Themenbereichen – zum Beispiel Migration – verknüpft werden. Kurz: Wer sind aus verschiedenen Perspektiven jeweils „wir“ und „die anderen“? Was essen „wir“, was die „anderen“? Gehen „wir“ zu „den anderen“ essen, und wie steht das mit den unterschiedenen Perspektiven in Verbindung?

 

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Kontakt

Mila Brill M.A.

Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Tel.: 0228 73 9826

 

 

 

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